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Angst ohne Grund – stammt sie aus der Kindheit, einem früheren Leben oder aus der Gegenwart?

Immer wieder erzählen mir Menschen, dass sie sich selbst nicht verstehen. Eigentlich läuft alles gut – in der Partnerschaft, im Beruf oder in der Familie. Trotzdem ist Angst da. Manchmal genügt ein unfreundlicher Blick, ein komischer Satz oder eine unspektakuläre Situation – und plötzlich fühlt sich alles bedrohlich an. Dein Verstand sagt: "Es ist doch alles in Ordnung.“ Doch Dein Gefühl erzählt eine andere Geschichte … und genau dieser Widerspruch macht viele Menschen ratlos.

Kennst Du das auch?

Dann lohnt es sich, genauer hinzuschauen. Denn Gefühle entstehen selten ohne Grund. Die spannende Frage ist nur: Wo liegt dieser Grund?

In meiner Praxis begegnen mir solche Situationen häufig. Viele Klientinnen und Klienten fragen mich:

„Woher weiß ich, ob meine Gefühle zur aktuellen Situation gehören oder ob sie ihre Ursache in meiner Kindheit, meinem Familiensystem oder sogar in einem früheren Leben haben?“

Eine allgemeingültige Antwort gibt es nicht. Jeder Mensch trägt seine ganz eigene Geschichte in sich. Dennoch gibt es einige Hinweise, die helfen können, die Herkunft solcher Gefühle besser einzuordnen.

Wann Gefühle zur aktuellen Situation passen

Nach meiner Erfahrung gibt es einen wichtigen Hinweis: Passt die Intensität eines Gefühls zur aktuellen Situation? Wenn ja, spricht vieles dafür, dass die Ursache überwiegend im Hier und Jetzt liegt. Erscheint die Reaktion dagegen deutlich stärker als das Ereignis selbst, kann es sinnvoll sein, nach tieferliegenden Ursachen zu suchen – beispielsweise in der eigenen Biografie, familiären Prägungen oder, aus Sicht der Reinkarnationstherapie, auch in Erfahrungen aus früheren Leben.

Wenn ich beispielsweise meinen langjährigen Partner mit einer anderen Frau im Bett erwische und die Beziehung vor dem Aus steht, passen intensive Gefühle wie Trauer, Verzeiflung, Wut, Angst oder Unsicherheit ziemlich plausibel zur aktuellen Situation. Denn das Ende einer tiefen Bindung ist in der Regel schmerzhaft.

Fallbeispiel: Angst vor dem Verlassenwerden

Anders hier: Eine Klientin erzählte mir, dass sie ihrem Mann vertraute. Er gab ihr keinen Anlass zur Eifersucht. Trotzdem genügte es, wenn er sich einige Minuten mit einer Nachbarin unterhielt, und in ihr entstand eine intensive Angst. Nicht Ärger oder leichte Unsicherheit – sondern eine riesige Angst, verlassen und vergessen zu werden. Woher kam diese unerklärliche Angst? Meine Klientin schaute mich ratlos an, sie verstand sich selbst nicht.

In der Rückführung zeigte sich schließlich eine Erfahrung aus einem früheren Leben, die ihre starken Gefühle verständlich machte: Sie war damals Ehefrau und Mutter von mehreren Kindern. Eines ihrer Kinder stürzte in einen Brunnen und sie konnte sein Leben nicht retten. Diesen schmerzlichen Verlust konnte sie nicht überwinden und so nahm sie sich etwas später aufgrund von tiefer Verzweiflung und Schuldgefühlen selbst das Leben. Sie ließ ihren Mann mit den restlichen Kindern zurück. Dies lastete schwer auf ihrer Seele und so blieb sie nach dem Tod in der Nähe ihres Mannes. Ihre Seele sendete ihm Impulse, sich mit einer neuen, warmherzligen Frau zusammenzutun, was er dann auch tat. Sie wartete in der Nähe ihrer Familie bis auch ihr Mann starb und beobachtete dabei, wie er und auch die Kinder sie nach und nach vergaßen, da die neue Frau ihren Platz gut ausfüllte.

Nachdem wir die belastenden Erfahrungen dieses früheren Lebens bearbeitet und das damit verbundene Karma aufgelöst hatten, verschwanden die Angst und die Unsicherheit. Meine Klientin konnte ihrem Mann danach wieder vertrauen und fühlte sich innerlich frei.

Trigger sind keine Feinde

Oft sind es Beziehungen, die uns unsere Triggerpunkte zeigen. Triggerpunkte sind empfindliche Stellen unserer Seele, die alte Wunden wieder aufreißen lassen und zugleich die Chance bieten, diese alten Blockaden nachhaltig zu lösen.

Trigger sind deshalb keine Zeichen persönlicher Schwäche. Sie weisen vielmehr auf eine innere Wunde hin, die bisher noch nicht vollständig verarbeitet werden konnte. Gerade deshalb können sie – so schmerzhaft sie im Moment auch sind – eine Einladung sein, sich diesen Themen bewusst zuzuwenden um sie danach hinter sich lassen zu können.

Wenn die Ursache in der Kindheit liegt

Beispielsweise erzählte mir eine Klientin, dass ihr Mann nach einem überfordernden Arbeitstag oftmals gestresst nach Hause kommt und dann einen gereizten und genervten Gesprächston an den Tag legt.

Die meisten Menschen wären in dieser Situation vielleicht etwas genervt oder hätten Mitgefühl für ihren Partner, weil sie seine Stress wahrnehmen und verstehen.

Meine Klientin hatte jedoch das Problem, dass in diesen Situationen Gefühle wie Angst, Unsicherheit und Trotz in ihr aufstiegen, obwohl ihr Verstand genau wusste, dass das Genervtsein ihres Mannes nichts mit ihr zu tun hatte. Sie fühle sich wie ein kleines Kind, dass von ihrem Vater gemaßregelt wurde. Als wir dann in einer Rückführung in die Kindheit uns die Belastungen des Kindes angeschaut und aufgelöst hatten, veränderte sich etwas in ihr. Sie konnte danach anders reagieren. Den Stress ihres Mannes wahrnehmen, als etwas, was nicht mit ihr zusammenhing. Sie konnte ihm dann die Empathie und Unterstützung geben, die er in der Situation brauchte. Ihn einfach in ihre Arme nehmen und damit die Geborgenheit vermitteln, die ihm Entspannung wieder leichter machte.

Was kann helfen?

Immer wieder erlebe ich in meiner Praxis, wie erleichtert Menschen sind, wenn sie die Ursache ihrer Gefühle verstehen. Ganz gleich, ob diese in der Kindheit, im Familiensystem oder – aus Sicht der Reinkarnationstherapie – in einem früheren Leben liegt: Das Verstehen allein verändert oft schon etwas. Und wenn sich die dahinterliegenden Belastungen lösen dürfen, entsteht häufig eine neue innere Freiheit.

Wenn Du den Eindruck hast, dass Dich bestimmte Gefühle immer wieder begleiten, obwohl sie nicht zur aktuellen Situation passen, begleite ich Dich gern dabei, ihren Ursprung zu erkunden.

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