Was der Krieg unserer Familie hinterlassen hat

Haben deine Vorfahren den Krieg erlebt?

Hast du dich schon einmal gefragt, was deine Vorfahren im Krieg erlebt haben – und ob davon vielleicht noch heute etwas in dir weiterwirkt?

Mein Vater war im Februar 1945 mit meinen Großeltern und meiner Tante im Luftschutzkeller, als eine Bombe das Familienhaus in Dresden traf und vollständig zerstörte.

Die Familie war zwei Tage lang im Keller eingeschlossen. Zwei Tage, in denen sie nicht wussten, ob sie jemals wieder herauskommen würden.

Todesangst. Panik. Verzweiflung. Ohnmacht.

Ein Erlebnis, das tiefe Spuren hinterließ und innerhalb unserer Familie zu einem Trauma wurde, das zu Lebzeiten meines Vaters und meiner Großeltern nie aufgearbeitet wurde.

Wenn Gefühle über Generationen weiterwirken

Erst viele Jahre später, nach dem Tod meines Vaters, habe ich – schon über 50 Jahre alt – in einer Aufstellung genauer hingeschaut.

Ich schaute auf den damals 2-jährigen Jungen, der vor Angst erstarrte und von seinen Eltern Schutz und Halt gebraucht hätte. Etwas was sie ihm nicht geben konnten, weil sie selbst traumatisiert wurden. Sie gerieten nach einer Weile in den Überlebensmodus: es ging um reines Funktionieren, mein Großvater versuchte die Familie mit Hammer und Meißel freizukämpfen, für die Intensität der Gefühle war kein Platz. In der Aufstellung konnten die Stellvertreter aber die Gefühle spüren, die unter dem Schock lagen.

Und ich spürte etwas, das mich tief berührte: Es fühlte sich an, als würde ich Gefühle meines Vaters und meiner Großeltern in mir tragen. Plötzlich waren da diese intensiven Empfindungen auch in mir: die Todesangst, die Panik, die Verzweiflung und das Gefühl, eingesperrt und völlig ausgeliefert zu sein.

Gefühle aus jener Bombennacht und aus den zwei Tagen des Eingeschlossenseins.

Der Moment, in dem sich etwas lösen durfte

Mit Unterstützung meiner lichtvollen Ahnen und durch schamanische Arbeit konnte ich mich diesen Erfahrungen stellen.

Für mich entstand dabei der Raum, die Auswirkungen dieses Traumas auf meine Vorfahren anzuschauen, aufzulöserm und ihnen die Last zurückzugeben, die ich unbewusst mitgetragen hatte. Bevor sie überhaupt in der Lage waren, zurückzunehmen, was zu ihnen gehörte, mussten die Seelen meiner Vorfahren von dem Trauma, dem Schock befreit werden. Diese Aufgabe erledigten meine lichtvollen Ahnen. Jeder, der seine lichtvollen Ahnen um Hilfe bittet, kann von ihnen Unterstützung erhalten. Mein Vater erhielt einen großen Seelenanteil zurück, den er damals verloren hatte.

Dann konnte ich die Last, die ich unbewusst getragen hatte, meinen so gestärkten Vorfahren zurückgeben. Diese intensiven Gefühle von Todesangst, Panik und Ohnmacht.

Es war, als dürfte etwas, das über lange Zeit in unserer Familie getragen worden war, endlich seinen Platz finden und heilen.

Heute spüre ich meinen Vater anders

Seitdem hat sich in mir etwas verändert.

Ich merke, dass ich stabiler auf dem Boden stehe. Ich gehe aufrechter. Ich fühle mich stärker.

Und zum ersten Mal spüre ich meinen Vater als eine stärkende Kraft hinter mir – wie einen Halt in meinem Rücken.

Ich kann mich nicht erinnern, wann ich mich das letzte Mal so stark gefühlt habe.

Für mich war diese Erfahrung tiefgreifend: Nicht nur, weil ich etwas über die Geschichte meiner Familie erfahren habe, sondern weil ich begonnen habe, meine eigene Beziehung zu dieser Geschichte neu zu gestalten.

Systemische Aufstellungen - 
ein Beitrag für den Frieden

In einer Vielzahl von systemischen (gesellschaftlichen) und Familienaufstellungen habe ich die Erfahrung gemacht, dass eine große Anzahl von Menschen unseres Landes immer noch mit den Vorfahren im ersten und zweiten Weltkrieg, mit Täter- und Opfererfahrungen verstrickt ist.

Das heißt, wir fühlen Gefühle und denken Gedanken, die in den Kriegen, der NS-Zeit und den damit verbundenen Gräueltaten ihren Ursprung haben. So lange dies in der Masse nicht aufgelöst ist, steuern wir als Gemeinschaft leider unbewusst in ähnliche Situationen, in denen sich vergangenes Leid in anderer Form erneut manifestiert. Daher ist es ungeheuer wichtig, dass wir jetzt die energetischen Lasten der Vergangenheit auflösen, die uns kollektiv ins Destruktive ziehen.

Was trägst du vielleicht noch mit dir?

Vielleicht haben auch deine Vorfahren den Krieg erlebt.

Vielleicht gab es Bombennächte, Flucht, Vertreibung, Verlust, Fronterlebnisse oder auch Tätererfahrungen, über die später kaum gesprochen wurde.

Und vielleicht fragst du dich manchmal, warum bestimmte Gefühle oder Muster in deinem eigenen Leben so stark sind.

Was haben deine Vorfahren erlebt?

Welche Spuren könnte diese Familiengeschichte in deinem Leben hinterlassen haben?

Und gibt es etwas, das du nicht länger tragen möchtest?

Wenn du dich mit diesen Fragen beschäftigen und deine eigene Familiengeschichte aus einer neuen Perspektive anschauen möchtest, unterstütze ich dich sehr gern dabei.

Foto: Auf dem Foto ist ein Gemälde des Dresdner Künstlers Markus Lange abgebildet.

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